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Bitte glaubt mir, ich habe nichts gegen Maniok und Müsli.
Ich bin nur immer wieder erstaunt, wenn ich Berichte von anderen Kanufahrern lese oder höre, die vergleichbare Touren machen und über ihre Verpflegung schreiben bzw. erzählen.
Für uns ist es wichtig, dass die Küche in der Wildnis stimmt. Und die ist bei uns deftig. Der Kalorienverbrauch ist enorm und somit auch der Hunger auf handfeste, abwechslungsreiche Kost.
Sicherlich sind auch beim Kanufahren die Möglichkeiten, unterschiedliche Lebensmittel mitzuführen begrenzt, aber man kann auf jeden Fall wesentlich mehr Nahrung mitführen als bei Wander/Trekkingtouren, bei denen man die Lebensmittel selber tragen muss.
Als Maß dienen uns schon seit Jahren die Wasserdichten Tonnen, die von den meisten Verleihern angeboten werden. (Ca. 60 L pro Tonne) Wir berechnen die Vorräte so, dass pro Boot eine dieser Tonnen mitgeführt wird.
Die Basis für einen ausgewogenen Start in den Tag bildet ein ausgiebiges Frühstück. Hierzu backen wir selber abends Brot im Feuer für den nächsten Tag (Gib niemals auf – Du bekommt irgendwann heraus, wie es wirklich gut wird!)
Dazu gibt es Käse, Salami, Schinken, Marmelade… Je nach Geschmack der Tourmitglieder. Kläre das früh genug ab, Nachkaufen wird schwierig! Bei Bedarf wird auch schon mal mit einer Pfanne voller Bohnen und Würstchen gefrühstückt. Oder aber ein deftiges Bauernfrühstück (Eier gibt es aus der Tüte – schmeckt prima und geht nicht kaputt)
Für die Getränke sind Tee und Kaffee vorhanden. Wer lieber Wasser trinkt, kein Problem – das Wasser ist so rein, das man es ohne Abkochen direkt aus dem Fluss trinken kann. Wir haben allerdings immer einige Flaschen Sirup dabei – so kann man den Geschmack des Wassers ganz nach Belieben variieren.
Tagsüber wird auf unseren Touren nur gesnackt. Von Äpfeln, Schokolade oder Riegeln kann jeder wählen was er mag. Auch bietet sich an kalten Tagen die eine oder andere Tütensuppe (ergänzt mit einigen Zusatznudeln) an. Oder warum nicht mal Pfannkuchen? Milch gibt es in Pulverform und Eier auch.
Wichtiger für uns ist jedoch das Abendessen. Nachdem man einen ganzen Tag unterwegs war und einen schönen Lagerplatz gefunden hat, wird richtig ausgiebig gekocht.
Da wir mit dem Auto anreisen, haben wir grundsätzlich eine elektrische Kühlbox dabei, die garantiert, dass Fleisch und Würstchen auf jeden Fall die Fahrt unbeschadet überstehen.
Ist man erstmal vor Ort, sind die Temperaturen ausreichend, das Fleisch für den ersten und zweiten Tag frisch zu halten (Die Tonnen liegen im Boot, was durch das Wasser gekühlt wird.)
Die Grundlage für unsere Küche bilden Kartoffeln, Reis, Nudeln. Diese werden grundsätzlich mit Gemüse (Paprika, Zwiebeln, Chilis, Karotten, Knoblauch Tomatenmark, …) angerichtet. Dazu wie gesagt Fleisch, Würstchen und natürlich Fisch je nach Geschmack, vorausgesetzt, Du kannst gezielt die entsprechenden Arten beangeln.
Wer es mag, kann neben dem Fisch die Küche auch noch mit anderen Dingen der Wildnis auffüllen. Pilze gibt es massenhaft (sehr lecker – Maronen, Steinpilze und Birkenpilze) – aber Achtung – ich rate dringend davon ab, diese zu sammeln, solltest Du Dich nicht auskennen. Mit einer Pilzvergiftung in der Wildnis ist nicht zu spaßen!
Für einen Nachtisch der besonderen Art können Sie die für die Gegend typischen Wolkenfrüchte sammeln. Diese leckeren Früchte sind im August meistens reichlich zu finden und schmecken äußerst lecker. Aber auch Blaubeeren gibt es massenhaft.
Hier noch einige Tipps für die Küche:
Grillrost (möglichst groß und dicker Stahl – im offenen Feuer verbiegen sich dünne Roste bei hohen Temperaturen schnell)
Stahlpfanne (Wichtig die richtige Größe für die Anzahl der Personen auswählen)
Töpfe (Bitte vorher auf Feuerfestigkeit testen – wir hatten schon Töpfe, die nach 2 Tagen durchgebrannt waren)
Mehl, Zucker und ähnliche Zutaten in Plastikflaschen umfüllen (Dann gibt es in den Tonnen keinen Schweinkram und die Portionierung ist auch einfacher)
Gewürze gut vor Feuchtigkeit schützen
Beschrifte die Tonnen mit Klebeband und wasserdichtem Stift wenn Du die Lebensmittel packst– das erspart das nervige Suchen nach bestimmten Dingen
Verschließe alle Lebensmittel abends und lasse nichts draußen liegen – Waschbären bekommen fast alles auf!
Denke immer daran: Wenn die Küche stimmt, dann meutert die Mannschaft nicht. Ein leerer bzw. schlecht gefüllter Magen schlägt schnell auf die Stimmung!
Mahlzeit!
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